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Ausbruch Schizophrenie mit über 40?

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22.09.2022
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Hallo an Alle,

ich bin eine, mittlerweile verzweifelte, Angehörige und versuche gerade für mich ein paar Dinge zu klären.
Bei meinem Partner brach vor 3 Jahren erstmals eine Psychose aus I'm Alter von 41 Jahren. Damals bekam er relativ schnell ( nach 10 minütigen Gespräch mit der Psychiaterin) die Diagnose Paranoide Schizophrenie.
Während dieser Psychose mit Verfolgungswahn, Stimmen hören, erfolgte ein Suizid Versuch, der dann mit einer Zwangseinweisung in die Psychiatrie endete. Dort wurde dann vorläufig eine akute polymorphe Psychose mit Symptomen einer Schizophrenie festgestellt. 3 Momate zuvor wurde bei meinem Partner ADHS diagnostiziert und er wurde mit entsprechenden Psychostimulanzien behandelt. Die Klinik vermutete, dass diese den Ausbruch getriggert haben könnten.
Danach erfolgte eine Behandlung mit Aripiprazol, die mein Partner aber nicht lange durchhielt, weil er sich ja als nicht krank empfand.
Die ADHS Medikamente wurden da aber auch für 9 Monate abgesetzt, was seinen Zustand für mein Empfinden auch stabilisiert.
Aufgrund beruflicher Neuorientierung wurde er Ende 2020 wieder auf dieses Medikament eingestellt.
Daraufhin folgten wieder Wellen von leichten psychotischen Zuständen. Das Ganze ging dann auf und ab bis Anfang diesen Jahres, wo er die berufliche Weiterbildung abbrach, weil er psychisch an Ende war.
Seitdem ist er zuhause und lebt seitdem in seiner eigene Welt. Gott würde zu ihm sprechen und ihm sagen, dass er was besonders ist, dass er die Welt retten könne. Gleichzeitig sind aber alle Menschen schlecht und bösartig und wollen ihm schaden. Er hat zudem eine massive Verlassensangst und ein ausgeprägtes schwarz- weiss Denken.
Ausserdem will er ständig die ADHS Medikamente aufdosieren, weil er keine Wirkung mehr spürt.
Vor 2 Monaten hat ihm sein Psychiater auch wieder die Maximaldosis gegeben.
Vor 2 Wochen wurde er wieder psychotische, extrem aggressiv und hat mich bedroht. Daraufhin kam er wieder für eine Woche in die Psychiatrie. Dort hat man dann die Diagnose Paranoide Schizophrenie übernommen, weil es ja " gepasst" hat.
Er wurde mit 3 mg Risperidon entlassen.
Seine ADHS Medikamente bekommt er aber weiter, was zur Folge hat, dass er tagsüber wieder extrem angeknipst ist und die Risperidon ihn Abends wieder etwas runter fahren.
Ich als Angehörige bin da bei allem Aussen vor. Ich soll zwar immer bei den Terminen beim Arzt dabei sein, aber werde da auch nicht wirklich ernsthaft gefragt.
Mir scheint es so, dass mein Partner halt einfach schizophren ist und damit war es das auch.
Dazu muss ich sagen, dass ich meinen Partner seit 20 Jahren kenne und er nie irgendwelche Anzeichen von Psychosen gezeigt hat. Vor 7 Jahren hatte er allerdings aufgrund von Mobbing und Schikanen am Arbeitsplatz mehrere Zusammenbrüche, danach fingen die Probleme erst an. Aufgrund der Symptome von Störungen der Impulskontrolle, Konzentrationsfähigkeit wurde dann 2019 auf ADHS getestet. Vor dem Mobbing habe ich davon nie etwas bemerkt.
Mittlerweile denke ich, mein Partner hat damals eine Anpassungsstörung entwickelt ( die auch mal diagnostiziert wurde, aber nie weiter verfolgt wurde) die sich entweder zu einer Ptbs oder Persönlichkeitsstörung weiterentwickelt hat. Da sich die Symptome mit denen von ADHS überschneiden, war die Testung auch positiv.
Und dann haben die Medikamente ihr übriges dazu beigetragen.
Er gibt auch bei den Ärzten zu, dass er in der Kindheit und auch später, Traumata erlebt hat, aber hat die ja schon alle selbst überwunden, weil er da auch eigentlich nicht mehr rangehen will, weil die Schmerzen auslösen. Es kommen auch immer wieder Erinnerungen an die Kindheit hoch, die dann in seinen Wahn einfließen.
Für mich klingt das alles nicht gerade wie eine klassische Schizophrenie, auch wenn natürlich unbestritten die Symptome in Form von Psychosen vorliegen.

Die Ärzte lächeln das alles immer weg, hören sich das kurz an, aber gehen da auch nicht weiter darauf ein oder gehen da ins Detail.
Es wird eher der Eindruck vermittelt, dass ich halt einfach mit der Diagnose Schizophrenie ein Problem habe und dies nicht haben will und daher nach Alternativen suche.
Was wirklich nicht so ist. Ich habe kein Problem, sollte dies wirklich so sein, aber ich kann mich auch nicht von dem Gefühl lösen, das die Ursache einfach eine andere ist.

Bis dahin erstmal vielen Dank fürs Lesen und vielleicht hat ja der eine oder andere Erfahrungen zu dieser Thematik.


Grüße
Fusselchen
 
Active member
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Hey,

tut mir echt leid, dass du da durch musst. Das muss echt schlimm sein, zu sehen, wie der Partner ein völlig anderer Mensch in so kurzer Zeit wird. Ich wünsche dir viel Kraft.

Wir sind hier im Forum alle keine Experten.
Es ist schon sehr selten, dass ne Schizophrenie erst mit 41 Jahren ausbricht. Hier mal eine Statistik dazu: https://www.researchgate.net/profil...a-Note-Men-solid-line-have-a-notable-peak.png

Erst mal das Gute: Jemand, der spät erkrankt, hat auch bessere Chancen wieder ein halbwegs normales Funktionsniveau zu erreichen. Die Prognose ist da besser, als bei nen früheren Ausbruch.

Ich vermute auch, dass die ADHS-Medikamente die Psychose getriggert haben könnten. Die wirken direkt am Dopamin, genau so, wie ne Psychose auch. Also vielleicht sollte man die wirklich weg lassen.
Andererseits kündigt sich ne Psychose in der Regel schon Monate-Jahre vor dem eigentlichen Ausbruch an. Sind dir da schon Veränderungen aufgefallen, wie z.B. dass er sich mehr zurück zieht, weniger redet, vielleicht sogar depressive Verstimmung hat, geringere Leistungsfähigkeit, schlechtere Konzentration, viele Sorgen, Ängste, erhöhte Religiösität, mystisches Denken, erste Verfolgungsgedanken, oder allgemein Veränderungen?
Wenn ja, war diese Veränderungen schon vor der Behandlung mit ADHS-Medikamenten vorhanden?
 
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484
Ist sogar recht wahrscheinlich, dass es die ADHS-Medikamente waren. Die sind ja am Ende auch nichts anderes als Speed, Koks oder Meth. Nur halt schwächer in der Wirkung.
Als ich bei der Drogenselbsthilfe war, waren da so viele Leute, die durch Crystal Meth, was natürlich noch mal ein ganz anderes Level ist, als die ADHS-Medikamente, die dadurch in ner Psychose gefangen gewesen waren. Nachdem sie clean waren, ist die Psychose langsam wieder abgeklungen.
 
TS
F
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Danke für Deine mitfühlenden Worte.
Bis zu den Vorfällen am Arbeitsplatz war alles normal. Mein Partner war eigentlich immer die Ruhe selbst, nie aufbrausend oder streitsüchtig. Komische Äußerungen oder wirre Gedanken waren nicht da.
Als das dann auf der Arbeit so richtig los ging ( das alles zog sich über Monate) wurde der mentale Zustand immer schlechter, was dann auch zu mehreren Nervenzusammenbrüchen geführt hat. Danach herrschte erstmal die pure Verzweiflung bei ihn, er konnte das Erlebte nicht fassen, geschweige nen verarbeiten. Unruhe, Heulkrämpfe, depressive Stimmung. Er fühlte sich als Opfer. Die damals aufgesucht en Ärzte behandelten mal mit AD, und reiten zu einer Therapie. Der Therapeute war aber der Ansicht, es nütze ja nichts, darüber zu grübeln, was passiert ist, die Gründe würde er eh nie erfahren. Besser sei es, einfach beruflich weiter zu machen, einen neuen Job zu suchen und da wieder positive Erfahrungen zu sammeln.
Was dann natürlich total in die Hose ging. Ständig war er in Alarmbereitschaft, hielt sich mit seinem Verhalten extrem zurück, aus Angst er könne wieder ein Ziel oder Opfer für andere darstellen.
Ergo hat er es nie länger als 3 Monate in einem Job ausgehalten. Das hat irgendwann zu Wutausbrüchen, unfairen Beschuldigungen usw. geführt. Daraufhin bekam er 50mg Quentapin, was aber auch nicht viel gebracht hat. Weil er angegeben hat, dass er sich schlecht konzentrieren kann, unruhig ist hat man ihn dann zur Testung geschickt. Da er als Kind und Jugendlicher ein Schulverweigerer war und die Schule auch ohne Abschluss verlassen hat ( was wohl eher an der extremen Vernachlässigunge der Eltern resultierte), war das für die Ärzte dann aauch stimmig.
Er wurde dann auch relativ schnell mit Medikinet aufdosiert, weil ihn das ja in einen Zustand versetzen, den er mochte. Wach, Konzentriert ( um mögliche Gefahren oder Angriffe von anderen zu erkennen).
Er hat dann einen neuen Job angetreten, wollte es dort allen beweisen, hat 200 % gegeben, auch mehr Medikamente genommen als verordnet und 3 Monate später kam er heim und war der festen Überzeugung, die Menschen auf Arbeit wollen ihn beseitigen, er wisse zu viel und er solle dort in eine höhere Position versetzt werden, was anderen nicht passt.
Deshalb w<rden überall Spione stehen und er würde abgehört werden, aber es würden jetzt Leute kommen, die mir das alles bestätigen würden. Wir müssten aber dann umziehen, weil es nicht mehr sicher zuhause ist.
Da war er 41.
Dazu sagen muss ich vielleicht noch, dass seine Mutter Bipolare ist, ausserdem Alkoholkrank. Sein Vater war auch die komplette Kindheit Alkoholiker. Seine Schwester leidet unter schweren Depressionen mit Richtung hin zu Borderline.
Ist den Ärzten auch bekannt, hat aber nie eine Rolle gespielt.
 
TS
F
New member
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Ich kann halt nicht verstehen, warum er weiterhin die Medikamente bekommt. Er sagt selbst zum Arzt, er will eigentlich schon wieder eine höhere Dosierung, weil er sonst depressiv wird.
Für mich klingt das eher nach einem Abhängigen, als nach einem ADHS' ler. Hab dem Arzt gestern auch gesagt, dass diese Tabletten auf mich wie ein Brandbeschleuniger wirken und seinen Wahngewinn noch pushen. Und das für mich der Eindruck entstanden ist, als ob er damit einen Mangel oder Symptome bekämpfen will, die aber nicht zu einem ADHS gehören.
Mir scheint es aber eher so, dass er ja die Diagnose Schizophrenie hat und damit war es das dann auch. Der Grund für all das spielt ja dann auch keine wirkliche Rolle mehr.
 
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