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Angehörige - Umgang

Betroffen79

Member
Registriert
12 Juni 2023
Beiträge
25
Hallo,
wie hättet ihr gerne, dass die Angehörigen mit euch umgehen bzw wie gehen hier Angehörige mit ihren Partnern nach einer Psychose um?
Meine Familie versucht meine negativen Gedanken und Ängste durch positive Argumente zu schwächen.
Aber so richtig ĂĽberzeugt mich das nie, die Angst bleibt. Ich habe das GefĂĽhl, dass oft RĂĽcksicht genommen wird um mich nicht zu ĂĽberfordern. Wahrscheinlich zu Recht. Weil mir auch schnell alles zu viel wird. Aber das kann doch nicht immer so bleiben.
 
Hi, also ich hab jetzt beide Situationen durch. einmal als Angehöriger bzw. Nahe stehende Person und selbst eine Schizophrenie zu haben und zu merken wie sich Angehörige verhalten .

Am Ende hab ich denke ich als Nahestehende Person sehr gut gehandelt. Als sie das erste mal mit einem Schizophrenen Schub vormir stand (ich wusste nicht was eine Schizophrenie ist), hab ichgenau ein mal geschmunzelt. Das war als sie mich zu meinerToilette führte und mir sagte das ich vergiftet werden würde ,dabei zeigte sie auf die blaue Flüssigkeit die aus dem Toilettenstein lief . ich schmunzelte genau bis zu dem Moment, bis ich ihr in die Augen sah, ich sah sofort das es ihr ernst war. Die pure Angst und Hilflosigkeit stand ihr im Gesicht. In dem Moment war mir Realität und Sinnestäuschung völlig egal. In ihrer Welt war es so!!!!! ..ihre Realität!!!!!.

Ich steuerte nicht gegen oder ich sagte ihr auch nicht das die Dinge nicht so sind, ich versuchte mit ihr zu erarbeiten was passiertist ist , ich hörte ihr zu und versuchte zu verstehen wie sich die fehleindrücke entwickelt haben. Was ehrlich gesagt sehr schwer war, denn sie befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem Zustand den ich später als "Zerfahrenheit" kennenlernen sollte. Sie sprang vom hundertstel ins tausendstel und von hinten nach vorne in ihrer Geschichte. Trotzdem war ich aufmerksam. Hab sie auch mal in den arm genommen , wenn man dachte es würde ihr gerade helfen (einfach wenn Worte nicht mehr reichen). Auch mal hinterfragt wenn sich Widersprüche ergeben haben ich glaube das hat geholfen, um sie ein wenig in die Richtung zu stupsen, einen Arzt aufzusuchen... denn die Geduld und das reden auf Augenhöhe ließen zum Schluss die Frage zu... "willst du vielleicht zueinem Arzt? ..würde gern mitkommen"...

Heute ein Jahr nach dem ich meinen ersten Schizophrenen Schub hatte und merke wie die Gesellschaft damit umgeht, war ich froh so gehandelt zu haben, den heute ist es z.b meine eigene Mutter die mit: " das ist nicht so... ", "das bildest du dir ein..." bis hin zu "du musst doch wohl spinnen....." reagiert und sich dann wundert warum ich verstumme, nicht rede über meine Probleme und manchmal dumme Dinge mache die nach außen "etwas schwierig zu Verstehen sind" und doch nur das Resultat von mangelnden Rückhalt sind/ dem mangelten vertrauen einfach jemanden fragen zu können, ob sich die Welt noch richtig herum dreht da draußen .

Auf dem weg in den sozialen Rückzug (den ich selbst nicht mag) wird dann schnell mal gesagt "geh doch einfach mal zu..." und wenn ich mal wieder eine Minute vor Arbeitsbeginn schwitzend(-durch das rennen) an meinem Arbeitsplatz komme und der Kollege sagt "geh doch einfach mal 5 Minuten früher los" dann stört mich nur eines. Das Wort "einfach" denn es ist nicht einfach und es wird nie wieder einfach werden. das Wort "einfach"zeigt dann auch ganz schnell auf wie viel Verständnis und Umgang es da draußen für diese Krankheit gibt. im Alltag tendiert das gegen null ,man muss ständig den Fehler bei sich selbst suchen , selbstreflektieren und hinterfragen und da tut es gut, wenn man einen Menschen hat, wo man frei sein kann, einfach aussprechen und dem guten Gefühl zu vertrauen kann. das der gegenüber es wissen will und dir mit diesem Wissen nicht in den Rücken fällt, sondern mit kommt auf deiner Reise ohne dich noch tiefer abstürzen zulassen, weil er einfach Interesse hat wie du, dahin gekommen bist. ich bin der Meinung das Menschen den man vertrauen kann das "A und O" sind um das alles zu bestehen
 
Zuletzt bearbeitet:
Meine Angehörigen helfen mir wo es geht und unterstützen mich bei alltäglichen Dingen.

Was mich aber stört ist die Frage:“Nimmst du deine Medikamente?“ - wenn man mal nicht ganz so konform geht wie sie sich das vorstellen.

Ansonsten kann ich mich auf sie verlassen.
 
Ich will nicht besonders behandelt werden, aber natürlich freue ich mich, wenn meine Frau Dinge für mich macht, wenn es mir mal besonders schlecht geht. Meine Eltern verstehen meine Krankheit noch nicht, sie sind aber trotzdem verständnisvoll.
 
An meinem 40. Geburtstag saß ich total psychotisch in meiner Wohnung. Ich hatte mich von allen abgekapselt und mich mit ihnen angelegt. Niemand hat mir gratuliert und ich hätte das wohl auch nur in mein Wahngebäude eingebaut. Wenn man psychotisch ist, kann niemand mit einem umgehen… 🤔
 
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