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Im Forum findest Du eine Medikamente-Empfehlung.

Die empfohlene Wirkstoffkombination ermöglicht ein relativ normales Leben trotz Erkrankung. Anders als bei den herkömmlichen Therapien hilft diese Wirkstoffkombination auch bei Negativsymptomen, was den Verlauf der Erkrankung erheblich verbessern kann.

Empfehlung

Alternative zu Xeplion und Risperdon

New member
Registriert
18.04.2022
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Hallo zusammen 👋

Meine Mutter erkrankte 2013 an Schizophrenie mit Verfolgungswahn/ Wahnvorstellungen

Letztes Jahr hatte Sie einen RĂŒckfall.

Derzeit ist Sie auf Xeplion (Depotspritze) und Risperidon (1 mg Abends) eingestellt.

Ihr geht es dabei aber nicht gut. Sie sagt Sie muss sich zusammenreißen um ĂŒberhaupt einigermaßen zu funktionieren und ist generell oft neben der Spur.

Sie leidet sehr dadurch und Sie wĂ€re gerne wieder wie frĂŒher.

Sie spekuliert dadurch sehr viel. HauptsĂ€chlich ĂŒber ein Thema welches mit Zwang innerhalb der Verwandtschaft zu tun hatte welches auch zur Psychose beigetragen hat.

Die Ärztin bei der sie aktuell ist sagt dass das so passt weil sie im Bezug auf den Wahn symptomfrei ist.

Daher meine Frage, gibt es keine Alternativen zu den genannten Medikamenten?

Ich bedanke mich schon mal fĂŒr das Lesen des Textes.

Viele GrĂŒĂŸe
Michael
 
New member
Registriert
12.03.2022
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Alternativen gibt es eigentlich immer, aber die Nebenwirkungen sind sich schon ziemlich Ă€hnlich. Ich nehme auch Neuroleptika, und es ist unheimlich schwer damit zu arbeiten oder sachen zu erledigen. Das fĂŒhlt sich an als wĂŒrde jemand einen von hinten permanent ziehen, so dass alles 3 mal so anstrengend ist.
 
Administrator
Registriert
08.11.2016
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Hallo @Misch
Daher meine Frage, gibt es keine Alternativen zu den genannten Medikamenten?
Ja, da lÀsst sich einiges besser machen.
Ich bin 2011 etwa erkrankt und hatte damals auch Xeplion und zeitweise Risperdal bekommen. Das sind zwei sehr Ă€hnliche Wirkstoffe womit ich auch mich sehr schlecht gefĂŒhlt habe. Bei mir waren es auch Verfolgungswahn und Wahn, aber keine Stimmen.
Ich kann euch sehr empfehlen, die Medikamente komplett zu wechseln und auf lÀngere Sicht spÀter eine Intervalltherapie des Antipsychotikums anzustreben.

Hier im Forum findet ihr diese Medikamente-Empfehlung:
https://schizophrenie-forum.com/psychose/beitraege/medikamente-empfehlung-fuer-psychose.569/

Dabei wird im Grunde das Xeplion/Risperdal durch Aripiprazol (möglichst kleine Dosierung ab 5mg) ersetzt. Aripiprazol ist schonmal deutlich vertrÀglicher und hat von daher meistens weniger Nebenwirkungen.
Das als Monotherapie wÀre der 1. Schritt dieser Umstellung bezogen auf die Medikamente-Empfehlung.
Als 2. Schritt wÀren dann zwei Antidepressiva zusÀtzlich vorgesehen, die sehr wichtig und notwendig sind wenn man lÀngerfristig Erfolge und möglichst wenig Negativsymptome haben möchte.
Das wĂ€re das Bupropion ein SNDRI Antidepressivum welches gegen Stimmungsschwankungen, Unruhe und MĂŒdigkeit und Konzentrationsprobleme hilft und dann noch Citalorpam(SSRI Antidepressivum) welches bestimmte Nebenwirkungen des Aripiprazols und des Bupropions aufhebt. Beispielsweise wirkt Aripiprazol in geringer Dosis kaum dĂ€mpfend auf die Libido verglichen zu Risperdal oder Xeplion, das Citalopram dĂ€mpft da etwas. Bupropion kann von den Nebenwirkungen her Verstopfung oder Miktionsstörungen machen, von daher empfiehlt sich das möglichst in Kombination mit Citalopram einzunehmen, wo das Citalopram diese Nebenwirkungen aufhebt/reduziert.

Das wÀren dann 3 Wirkstoffe welche die Hauptwirkung ausmachen.
Antipsychotikum: Aripiprazol ca. ab 5mg wirksam.
Antidepressiva: Bupropion ca.300-450mg(150mg anfangs) + Citalopram ca. 20-40mg

Erst dann kann wie in der Empfehlung beschrieben eine Intervalltherapie ausprobiert werden, indem das Aripiprazol fĂŒr einige Wochen abgesetzt wird, können die Antidepressiva besser wirken und die Negativsymptome der Psychose gelindert werden. Das funktioniert aber nur, wenn die beiden Antidepressiva(vor allem das Bupropion ist wichtig) durchgehend eingenommen werden.
Mit so einer kombinierten Intervalltherapie lÀsst sich im Vergleich zur Monotherapie (nur Aripiprazol) eben der Gesundheitszustand nochmal deutlich verbessern. Schon allein die Umstellung aufs Aripiprazol sollte deutlich angenehmer sein.
Im Empfehlungslink oben steht alles Weitere, was man darĂŒber wissen sollte drin. Um diese Medikamente zu bekommen, muss man aber erstmal seinen Psychiater davon ĂŒberzeugen. Von daher am besten die Empfehlung (Druckversion) dem Psychiater vorlegen und ihn davon ĂŒberzeugen, damit man das ausprobieren kann.
An sich ist eine Umstellung von Risperdal/Xeplion auf Aripiprazol(tÀglich eingenommen) ganz normal und kein Problem. Das Besondere an der Empfehlung ist die spÀtere Intervalltherapie des Antipsychotikums und die spezielle Antidepressivakombi. Am besten wie hier beschrieben, da Schrittweise vorgehen.

1. Auf Aripiprazol wechseln (Risperdal und Xeplion absetzen)
2. Bupropion zusÀtzlich
3. Citalopram zusÀtzlich
4. Bupropion und Citalopramdosis anpassen/erhöhen
5. Aripiprazoldosis sollte möglichst eine geringe Wirkdosis sein (ca. 5-10mg), da muss man eventuell schauen ab welcher Dosis es zu schwach ist. 5mg wenn ausreichen wÀre super.
6. Erst dann bietet sich eine Intervalltherapie des Aripiprazols an, indem man es fĂŒr 2-6 Wochen absetzt und erst bei leichter FrĂŒhwarnsymptomatik dann fĂŒr ca. eine Woche am StĂŒck das Aripiprazol einnimmt. Die ersten 2 Tage kann man da dann auch 10mg statt 5mg einnehmen, wenn man etwas schneller die Wirkung braucht.
FĂŒr so eine Intervalltherapie sollte man seine FrĂŒhwarnsymptome etwas kennen oder Familie / Außenstehende da bisschen mit hinschauen.
7. diese Intervalle kann man dann ĂŒber lĂ€ngere Zeit fortsetzen. Über Monate/Jahre kann man dann die Absetzintervalle des Aripiprazols verlĂ€ngern.

ZusĂ€tzlich bei Schlafstörungen bietet sich in diesen Absetzphasen Trimipramin-Tropfen(trizyklisches Antidepressivum) Abends eingenommen an, da vor allem in diesen Absetzintervallen wo man durchgehend Bupropion+Citalopram einnimmt eben auch Schlafstörungen als FrĂŒhwarnsymptomatik auftreten, wo man durch das Trimipramin diese Absetzintervalle noch etwas verlĂ€ngern / hinauszögern kann, bis man wieder zum Aripiprazol greift.
 
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